Modellbau


Bahndamm

Mit neuem Schwung geht es beim  Modellbauprojekt in der Fehrs-Ganztagsschule weiter. Die jahrelange Durststrecke nach der Zerstörung der alten Eisenbahnanlage aus den 90er Jahren des vorherigen Jahrhunderts sind überstanden.  Mit neuem Schwung geht es jetzt an den Modelleisenbahnbau. Hausmeister Rehder erstellte eine stabile Rahmenunterkonstruktion. Dank der Materialspenden von Modellbahnern, die sich aus Altersgründen von ihrem Hobby trennen mussten, konnte ein interessanter Gleisplan mit MÄRKLIN-Metallschienen verlegt werden. Die Kinder der aktuellen Modellbauprojektgruppe freuen sich schon darauf, wenn der Fahrbetrieb in Schwung kommt. Ferner möchten sie gerne ihre Modellexponate wie Burgen, Häuser, Kirchen und Schiffe aus Kartonmaterial auf der Anlage integrieren.    

Zug


Schiffs- und Eisenbahnmodellbau in der Fehrs-Schule

Die Zeit, in der Modelleisenbahnen das Kinderzimmer beherrschten, scheint wohl vorbei zu sein. Längst haben elektronische Spielzeuge, Lerncomputer oder ganze Personal-Computeranlagen den Siegeszug in Kinderzimmer gehalten. Dabei gibt im Vergleich die heutige Elterngeneration ein Vielfaches mehr für die Anschaffungen der Kinderwünsche aus als die Elternschaft in den 60iger und 70iger Jahren. Die Argumente, die Kinder und Schüler müssen für die Zukunft "Fit mit den neuen Medien" sein, öffnen die elterliche Geldbörse vielleicht rascher und intensiver. Dabei bleiben sicherlich manche Wünsche und Kulturtechniken, wie z.B. das Erlernen eines Musikinstruments auf der Strecke. Beobachtet man das durchaus noch vorhandene Modellbahninteresse bei Kindern, so bleibt dies in der Konkurrenz der neuen Medien schnell verfrüht bei einer Startpackung stehen. Sicherlich sind in Sachen Modellbahnbauförderung Platz und Raumgründe wichtige Argumente. Aber neben dem finanziellen Rahmen, der durch unsere Freizeitgesellschaft bei vielen Familien zunehmend enger wird, steht und fällt das Modellbahnengagement in der Kinderstube  durch die ideelle Förderung von Erwachsenen.

Kapelle

Nach wie vor spielt hierbei der Vater die wichtige Rolle. Entwickelt er kontinuierlich zusammen mit seinem Zögling die häusliche Spielbahn zu einer Modellbahn, dann wird mit Sicherheit auch der Sohn oder sogar die Tochter vom Modellbahnvirus infiziert. Beobachtet man aber, wie viele Jungen heute in einem Haushalt ohne Vater aufwachsen, dann fällt diese Weise der Modellbahnförderung aus. Zwar wird so manches väterliche Herz wieder weich, wenn sonntags die großen Profianlagen oder die zahlreichen Modellbahnmessen besucht werden, aber die dort gewonnene Begeisterung und Energie reicht  bei manchem Vater nicht mehr bis zum Montagnachmittag.  

Stadtkirche 

Viele Interessensverbände zeigen mit ihren Forderungen und Wünschen schnell auf die Schule, sie müsste sich mehr um die jeweiligen Interessen, sei es Sport, Musik, Kunst, kümmern. Ähnlich sieht es auch für den Bereich Modellbau und Modelleisenbahn aus. Auch wenn sich die Modellbahn als ständige Einrichtung oder als „Weihnachtszeitteppichanlage" immer mehr aus den Kinderzimmern verabschiedet, zeigt unsere heutige Kindergeneration ein hohes Maß an Begeisterung für die moderne Technik. Curriculumsmäßig schneidet der Modellbahnbereich mehrere Inhalte der Schulfächer Geometrie, Physik, Kunst, Modellieren und Sachkunde an. Sicherlich findet man beim Landschaftsbau auch geographische Themen wieder. Somit gibt es genügend didaktische Argumente für den Modellbahneinsatz in Grund- und weiterführenden Schulen. Sollte der digitale Einsatz und die Schaffung einer PC-Steuerung endlich einmal kostengünstiger werden, dann wäre die Modellbahn das ideale Beispiel einer kindorientierten Prozesssteuerungssimulation vom PC-Bildschirm.

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Eine weitere Chance sieht Winfried Melzer für den Modellbahnbau in der kommenden Diskussion und Realisierung von bundesweiten Ganztagsschulangeboten und verlässlichen Betreuungseinrichtungen. Internate haben bereits bewiesen, dass Modellbau ein tolles Angebot für Schüler in den Nachmittagsstunden ist.

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Das Modellbauprojekt

Seit über zehn Jahren besteht mittlerweile die Projektgruppe "Modellbau" an der Itzehoer Fehrs-Schule. Im Rahmen des wöchentlichen Projektunter­richtes wurde dieses Projektangebot von Winfried Melzer als Lehrer ins Leben gerufen. 

Intention und Zielsetzung
Mittels des Modellbaus wollte W. Melzer den Kindern eine langzeitige, vielseitige und sinnvolle Freizeitbeschäftigung näher bringen. Gerade bei den Grundschülern begegnet einem auffallend häufig das neumodische, kurzlebige aber teure Modespielzeug wie "Transformer", "Game­boy" oder anderes Elektronikspielzeug.  Die erste Schülergruppe zeigte im ersten Halbjahr eine große Begeisterung, so dass der Entschluss zur Weiterführung dieses Projektangebotes die Folge war. Die Kinder von der 2. bis zur 4. Klasse überraschten mit sehr viel Interesse und Ausdauer bei diesem Projektthema. Aus dem eigentlich nur für ein halbes Jahr geplanten Projekt wurde durch die ständige Begeisterung bei den folgenden Projektgenerationen ein Langzeitprojekt.

Die thematische Vielseitigkeit des Modellbaus sowie das parallele Arbeiten in den Fachbereichen Modelleisenbahnbau und Modellschiffsbau eröffneten dem Projekt immer neue Zielsetzungen. Bis zu 25 Schüler, darunter wenige Mädchen, meldeten sich seit der Einführung dieses Projektangebotes pro Halbjahr.

Mittlerweile entwickelte Winfried Melzer bei dem Einsatz eine methodisch-didaktische Reihenfolge für den Einsatz der entsprechenden Modelle. Mit den einfachsten Tätigkeiten beginnen die Anfänger aus dem Bereich des 2. Schuljahrs in der heterogen zusammengesetzten Projektgruppe. 

 Eisstadion

Finanzierung

Jeder Schüler bezahlt einen Eigenanteil für das Projekt. Eine weitere Finanzquelle erschloss sich die Projektgruppe durch öffentliche Fahrnachmittage. Die begeisterten Besucher lassen hierbei oft einen Obulus in die Spendenbox fallen. Großes Glück hatte die Gruppe, als ein Senior seine private Bahn dem Projekt zukommen ließ. Äußerst sparsam wird mit dem Schülereigenanteil gewirtschaftet. 

Anforderungen an die Schüler

Für die Grundschüler ist das Projekt keine Spielstunde, wie man vielleicht oberflächlich denken könnte. In der 45minütigen Projektstunde wird ihnen einiges an Bastel­fertigkeiten abverlangt bzw. vermittelt. Im Laufe des Projektes haben sich die drei Anforderungsniveaus Anfänger, Fortgeschrittener und Insider herauskristallisiert. Die Kinder, die im 2. Schuljahr mit dem Modellbauprojekt beginnen, müssen mit dem Ausmalen, dem genauen Ausschneiden, dem Knicken und dem genauen Zusammenkleben von Papiermodellen beginnen. In dem Anfängerstadium wird mit kostengünstigen Kopiervorlagen gearbeitet, damit bei Fehlschnitten der Verlust nicht tragisch ist. Im Fortgeschrittenenbereich geht es an einfache Kartonbausätze der Firmen Stipp und Aue-Schreiber. Hier lernen die Kinder, die Baubeschreibungen richtig zu interpretieren und die dortigen Anweisungen mit den eigenen Händen umzusetzen. Je nach Stand ihrer individuellen Bastelfertigkeiten schnei­den, falten, knicken und kleben sie an differenzierten Papierbausätzen. Von Bogen zu Bogen steigert sich die Schwierigkeitsstufe. Immer mehr kleine Teile müssen an den Papierhäusern angebracht werden. Gerade das Erstellen von kleinen Kisten, Beibooten, Lukendeckeln und das Runden von Masten und Kränen fordert von den kleinen Modellbauern ein Höchstmaß an Sorgfalt. Vielleicht ist diese Arbeitsleistung höher zu bewerten als das "Zusammenkleben“ von vorgefertigten Kunststoffteilen, die sonst im Modellbau üblich sind. Auf jeden Fall schult dieses Ausschneiden, Formen und an den rechten Platz Platzieren das räumliche Denken in drei Dimensionen. Dieses Eindringen in die Materie durch eigenständiges aktives Handeln, begründeten bereits der Lernpsychologe Piaget in seinen Lerntheorien.

Die Schüler arbeiten beim Ausschneiden mit einer guten Bastelschere. Zum Vorritzen der Faltlinien verwenden die Schüler ein spezielles Bastelmesser. Mit diesem Instrument ritzen sie vorsichtig und gefühlvoll entlang eines Lineals. Somit erhalten sie gerade Faltungen, wie sie für die Wände bei Häusern und Schiffen notwendig sind.  Die scharfen Cutter hält Winfried Melzer sonst unter Verschluss. Von den Schülern in dieser großen Projektgruppe wird eiserne Disziplin untereinander verlangt, so dass Scherenspielereien und Messerbedrohungen zum Projektausschluss führen. Dieser Konsequenz setzte sich bisher kein Schüler aus.

Aber sicherlich ist die Motivation, ein schönes und sauberes Gebäude für die Gemeinschaftsanlage abzugeben, verant­wortlich für die Produktqualität der Schüler. Aber auch die Sorg­falt beim Umgang mit den Modellartikeln ist umeiniges verantwortungsbewusster, als sie sonst häufig bei Kindern beobachtet werden kann. Vorsichtig wird mit dem Material oder dem Bastelobjekt gehandelt, denn jeder weiß um den Fleiß, der in der Anfertigung steckt. Ei­nige Kinder nehmen die Bastelanregung gerne mit nach Hause. Dies zog auch einige Väter bei der heimischen Gestal­tung der kostengünstigeren Papieralternative  in ihren Bann. Gleichzeitig wurde mit dem bastelnden Sohn der väterliche Modellbahnwiedereinstieg  so richtig in Gang gebracht. Je nach der finanziellen Lage der Projektgruppe werden auch Kunststoffmodelle erstellt. Meistens arbeiten an diesen Modellen die fortgeschrittenen Schüler aus den Jahrgangsstufen 3 und 4. Gerade die 45minütige Stunde mit Aufbau- und Abräumzeit zeigt sich als ideal für das Basteln in der Projektgruppe. In dieser kurzen Arbeitsphase werden die Kinder in ihrer Konzentration nicht überfordert. Ungenaues Arbeiten durch Ermüdung, wie teilweise an langen Projekttagen beobachtet werden, entfällt hier. Die Schüler sitzen zu Beginn jeder Projektstunde wieder hochmotiviert an ihrem vorbereiteten Arbeitsplatz, um die begonnenen Modelle ausgehändigt zu bekommen. 

Die Produkte
Auf der in U-Form montierten Fehrs-Anlage wird dem Betrachter ein vielfältiges Bild von Landschaften geboten. Eine Hafenanlage mit den funktionsfähigen MÄRKLIN-Kränen ermöglicht die Simulation ei­nes Hafenumschlags von Straßen und Schiene auf maßstäbliche Schiffe und Kähne. Die Schlossanlage "Lindenhof" fasziniert genauso wie der Flugplatz auf der naheliegenden Erhebung. Historische Altstadthäuser vom Schreiber-Verlag ermöglichen eine vielfältige Stadtgestaltung. Im Zentrum steht die imposante Auhagen-Kirche. Unweit der Stadt gastiert auf einer freien Wiese der Zirkus "Roncalli" aus dem Schreiber-Programm in der Nähe des Freibades. Die Bahnbauten von Stipp vermitteln Bahn­hofatmosphäre. Die Fahrstrecke geht vorbei an einer Reihe von höl­ländischen Bauernhöfen, auch die musealen Windmühlen von

St. Mi­chaelisdonn und Molfsee finden die Schüler nicht nur in ihrem Hei­mat -und Sachunterricht, sondern im Modell auf ihrer Gemeinschafts­anlage wieder. Ein kleiner verschneiter Bahnhof ist der Ausgangs­punkt zu einer interessanten Winterlandschaft, die den Kindern auch im Sommer eine Sehnsucht zum Rodeln und Schlittenfahren ver­mittelt. Mit den Insidern wurde die Anlage signal­technisch und landschaftsmäßig gestaltet. Blockstrecken regeln den Lauf von mehreren Zugeinheiten auf einem Gleis. Nach weiteren Sach- und Material­spenden hielt das DELTA -Mehrzugsystem Einzug. Somit steht die An­lage jetzt auf einer digitalen Vorstufe. Die Anschaffung des Wa­genmaterials beruhte anfangs auf Gebrauchtem, aber der neue ICE-Triebwagenzug begeistert immer wieder die Kinderherzen in ihren Schulpausen. Leider musste diese Anlage nach einem Wasserschaden im Herbst 2000 als Totalschaden abgerissen werden. Die Sanierung der Räumlichkeit erfolgte bisher noch nicht.

Die Schüler und ihr Verantwortlicher entwickeln trotzdem immer wieder neue Ideen. Nach dem Bau einer Z-Hafenanlage mit maßstäblichen Schiffen aus dem Möwe-Verlag, konzentrierte sich das Arbeitsge­schehen auf den Bau einer Nord-Ostsee-Kanal-Schleuse. Diese transportable Anlage zierte während des Brunsbütteler Kanalgeburtstages (Sommer 2001) die Schaufenster und Räumlichkeiten einer Optikerfiliale. Ferner wird das Modell im sachkundlichen Unterricht zum Thema  "Nord-Ostsee-Kanal" für Schleusungssimulationen eingesetzt.

Mit dem jetzigen Bau einer transportablen Moduleisenbahnanlage hat das Projekt weitere Perspektiven für die Zukunft. Durch das Baukastensystem der Gesamtanlage können jederzeit neue Anlageteile problemlos an das Bestehende ergänzt werden. Ferner ist die Anlage durch ihre Modulkonstruktion transportabel. Mittlerweile sind die er­sten Module fertiggestellt und der Öffentlichkeit vorgestellt wor­den.

Modularbeit für die IMA München
Anlässlich der 19. Internationalen Modellbahn-Ausstellung vom 28.11-2.12.2001 in der Neuen Messe München bot das Projekt "Modellbau und Schule" des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie e.V. mit einem Modellbahn-Modulwettbewerb "Kreuz und quer durch Deutschland" einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde an. Exakt 102  Schulen aller Schularten und Altersstufen aus ganz Deutschland mit insgesamt 216 selbstgebauten Modulen (Modellbahnabschnitte) beteiligten sich an diesem bisher einzigartigen Wettbewerb. Die allgemeine Aufgabe der Schulgruppen bestand darin, die für ihre jeweilige Region landestypischen Merkmale anhand einer Modelleisenbahn in der Baugröße HO (1:87) auf genormten Modulen, mit einer Fläche von jeweils 100 x 60 cm zu gestalten. Die Schülermodule mussten sich also ganz konkret mit der Geschichte ihrer Heimat auseinandersetzen. Für die Itzehoer Grundschulprojektgruppe der Fehrs-Schule galt es nun ein typisches Motiv von der Westküstenbahn nachzubauen. Die berühmte Nord-Ostsee-Kanal-Brücke in Hochdonn nachzubauen, erschien für die Grundschülergruppe zu schwer.  Lehrer Winfried Melzer entschied sich daher, den bekanntesten Teil der Westküstenbahn, den Hindenburgdamm (feiert im Jahre 2002 sein 75jährigen Bestehen)  mit einigen Schüler seiner Modellbauprojektgruppe nachzuempfinden. Dieser zweigleisige Damm wurde also genau in Bilderarchiven und Unterrichtswerken der Schule begutachtet.  Nachdem die genormten Rahmen und Gleisträger gebaut waren, konnte der Damm mittels Draht, Leisten und Gips errichtet werden. Die Gruppe entschied sich für die Darstellung bei Ebbe, denn der Damm führt durch den Nationalpark Wattenmeer, der zweimal am Tag durch die Tide trocken fällt. Deutlich sichtbar ist das viele Strandgut, das nach Sturmfluten am Damm liegen bleibt. Mittels Fahrzeugen wird der Damm von Strandgut gereinigt. Ein spezieller Grüppenbagger an einer Dammbaustelle arbeitet die Böschung nach. Auf der Festlandseite ist die Erstellung eines Windparks zu sehen. Eine der Energieanlagen dreht sich mit Hilfe der Solarkraft bei starker Scheinwerferbeleuchtung. Eine weitere moderne Windmühle wird gerade mittels eines Autokrans montiert. Diese Szenerie ist typisch für den gesamten Westküstenbereich. Fast täglich rollen lange Schwertransporter mit neuen Energieanlagen durch das Land zwischen den Meeren.

Insgesamt 18 Monate lief der Wettbewerb. Aber die Fehrs -Schüler benötigten mit ihrem Lehrer weniger Zeit. Winfried Melzer hatte erst im Februar 2001 auf der Didacta-Messe in  Hannover von dieser Aktion erfahren.  Obwohl die Modellbaugruppe in diesem Zeitraum noch eine Schiffsmodellausstellung vorbereitet, wurde ein Modul für München angemeldet.

Eine Gewinnchance im Wettbewerb rechnete sich Winfried Melzer für seine Projektgruppe nicht aus. Als einzige Teilnehmerschule aus dem Grundschulbereich wurde sie der Gruppe der Hauptschulen zugeordnet. Da man mit älteren Schülern noch detaillierter und umfangreicher arbeiten kann, galt für ihn und die Projektgruppe der Fehrs-Schule  "Dabei sein ist alles". Letztlich wurde die Fehrs -Schule als jüngste Teilnehmergruppe mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. 

In den folgenden Jahren beteiligte sich die Modellbaugruppe der Fehrs-Schule an  weiteren Fachausstellungen und Messen in Köln, Leipzig, Hamburg, Marne und Brunsbüttel.

Autor: Winfried Melzer

Hafen 

Das Projekt „Modellbau & Schule“ der Deutschen Spielwaren-
industrie lud Lehrer aus dem Bundesgebiet zur Fortbildung auf die Intermodellbau. Der Fehrs-Schul-Lehrer Winfried Melzer kam der Einladung nach und ließ sich auf der Fortbildung über weitere Möglichkeiten des Einsatzes von Modellbau im Schulunterricht sowie über neue Modellbausätze unterrichten. Einer der Schlüssel zu diesem schulischen Erlebnis „Modellbau“ heißt bereits seit neun Jahren 'Modellbau und Schule' und ist eine Initiative des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie e.V., in dem sich fast alle namhaften Hersteller und Verlage der Modellbaubranche zusammenge-
schlossen haben. 

Winfried Melzer beteiligte sich mit der Modellbauprojektgruppe der Itzehoer Fehrs-Schule an mehreren Modellbauwettbe-
werben und Ausstellungen in Köln und München. Für die Modulbauanlage „Hindenburg-Damm“ gab es damals den Förderpreis für Grundschulen. Neben den Wettbewerben bietet das Projekt "Modellbau und Schule"  unzählige Möglich-
keiten, um mit einfachen Mitteln modernen, praxisorientierten und fächerverbindenden Unterricht an den Schulen zu realisieren. Im optimalen Fall vermittelt praxisorientierter Unterricht den Schülerinnen und Schülern zusätzlich handwerkliche Fertigkeiten, fördert das soziale Gruppenver-
halten und bietet als Resultat des Zusammenwirkens aller Beteiligten ein gemeinsames Erfolgserlebnis.
Ziel dieses Projektes ist es, Lehrern speziell für den Einsatz im Schulunterricht geeignete Modelle und Experimente anzubieten, Dank deren Einsatz wichtige, im Lehrplan geforderte, naturwissenschaftliche Lehrinhalte praxisnah zu vermitteln. Winfried Melzer sieht mit seinen pädagogischen Mitstreitern gerade im Zeitalter des Schullandschaftsumbruch zur Ganztagsschule und die damit verbundene längere Schulpräsenz der Schüler in der Schule, eine weitere Chance für den Modellbau als attraktiven Inhalt dieses Schulangebotes. „Gerade im Modellbau liegt eine Langlebigkeit, denn jedes Modell benötigt seine Zeit und ist nicht auf Knopfdruck beendet.“ Gerade hier drin liegt eine pädagogische Chance, Kindern wieder eine ausdauernde Zielstrebigkeit zu vermitteln.

Die meisten Angebote des Projektes „Schule und Modellbau“ richten sich an die weiterführenden Schulen. Denn nicht immer ist die Berufswahl heutiger Schulabgänger auf Büro- und Computertätigkeiten beschränkt. Grosse Firmen z.B. in der Automobilindustrie beklagen die schwindenden handwerklichen Fähigkeiten der Schulabgänger.
Damit alle Jugendlichen möglichst viele Chancen für den Berufsstart erhalten, gibt es beispielsweise in Bayern den BILDUNGSPAKT, dem nun auch das Projekt „Modellbau und Schule“ beigetreten ist. Durch das Zusammenwirken von Wirtschaft und Bildung im Rahmen dieses BILDUNGSPAKTES erfahren die SchülerInnen einen praxis- und handlungsorientierten, fächerverbindenden, modernen Schulunterricht.

Der Modellbau fördert aufgrund seiner Vielschichtigkeit die motorischen, vor allem die feinmotorischen Fertigkeiten, das logische Denken beim Nachvollziehen von Plänen und die sorgfältige Planung komplexer, selbständiger Arbeitsschritte. Diese Argumente kann Melzer immer bei seiner Arbeit in der Itzehoer Fehrs-Schule nachvollziehen. Wenn die Kinder gemeinschaftlich an einem Modell, Diaramen oder an Modulen arbeiten, entwickeln sich obendrein auch soziale Fähigkeiten wie z.B. die Teamfähigkeit. Ein wichtiger Punkt ist sicherlich auch die Wertschätzung des Erbauten und Erbrachten. Hierdurch entwickelt sich durchaus auch ein Respekt vor dem Geschaffenen eines Mitschülers.  Die Verantwortlichen des bundesweiten Projektes  sind sich sicher, dass sich so im Laufe der Schulzeit die Grundlagen für einen anschließenden, erfolgreichen Berufseinstieg und die spätere Jobkarriere gelegt werden. Da Modellbau von der Grundschule bis in die gymnasiale Oberstufe mit einfachen Mitteln realisierbar ist, kann das Projekt „Modellbau und Schule“ nicht hoch genug eingeschätzt werden. Durch die Zusammenarbeit von Modellbauindustrie und den Bildungsverantwortlichen bei der Lehrerschulung ergab sich schon in Dortmund für  eine hochinteressante und kostengünstige Möglichkeit ihre „Mitarbeiter“ für den modernen Unterricht „fit“ zu machen.“

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