Eine Besonderheit erwartet die Kinder der Fehrs-Schule im Musikunterricht in der 4. Klasse. Eine der beiden Musikstunden pro Woche widmet sich dem Geigenprojekt. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit einer Geige und dem Bogen.

Im ersten Halbjahr geht es um die Haltung der Geige auf der linken Schulter, die vier Saiten des Instruments werden mit der rechten Hand (Zeigefinger) gezupft. Jedes Kind hat eine eigene Geige im Unterricht. Jetzt wird gelernt, die richtige Saite zum richtigen Zeitpunkt gemeinsam zu zupfen. Zur Weihnachtsfeier hat dann jede Klasse ein Weihnachtslied erlernt und es wird sich gegenseitig vorgespielt. Herr Kröger, der Musiklehrer, spielt die Melodie auf seiner Geige und die dazu passenden Saiten werden von den Kindern gezupft. Neben dem hübschen klanglichen Ergebnis hat sich bei den Schülerinnen und Schülern ein Gefühl für Tempo, Koordination und Teamfähigkeit entwickelt. Schön zu erleben ist es, wie gerne alle mit den Geigen spielen möchten. „ Spielen wir heute wieder Geige?“, mit dieser Frage wird Herr Kröger regelmäßig begrüßt.

Im zweiten Halbjahr der 4. Klasse wird dann endlich die schon lange vorhandene Neugier auf den Geigenbogen gestillt, schließlich zählt die Geige zu den Streichinstrumenten! Zuerst mit einem Stift lernen die Kinder die sogenannte Bogenhaltung. Hierbei hat jeder Finger der rechten Hand seine exakte Form und Position. Die Bogenhaltung ist etwas sehr Komplexes und erfordert eine Menge Körpergefühl! Eine Aufgabe, die mit großer Detailfreudigkeit von allen in Angriff genommen wird. Jetzt löst der Geigenbogen den Stift ab und der rechte Arm lernt den Bogen gerade zu bewegen, zuerst in der Luft, dann auf den Geigensaiten. Wieder ist eine enorm komplexe Bewegung des rechten Arms notwendig, um dafür zu sorgen, dass der Bogen beim Streichen auf den Geigensaiten verbleibt und nicht „in der Gegend herumfuchtelt“. Man kann sich vorstellen, wie anspruchsvoll die Aufgabe für die Kinder ist, gemeinsam die richtige der vier Saiten mit der richtigen Länge des Tons und dann auch noch mit einem schönen Klang zu spielen. Die Hingabe und der Wille, mit denen sich die ganze Klasse dieser Herausforderung immer wieder stellt, beeindruckt Herrn Kröger in jeder Geigenstunde. Parallel haben die Schülerinnen und Schüler schon das Lesen und Schreiben von Noten im Musikunterricht erlernt und so ergibt es sich bisweilen, dass ein Ensemble ein selbst komponiertes Stück vorträgt.
Kurz vor Ende des Schuljahres präsentieren die 4. Klassen im Sommerkonzert dann ihre neu erlernten Stücke, diesmal gestrichen mit dem Geigenbogen! So hat sich über das ganze Schuljahr hinweg in jeder Klasse ein Orchester geformt, in dem jedes einzelne Kind stolz darauf ist, ein wichtiges Teil des Ganzen zu sein. Alle Aspekte, die im Geigenunterricht erfahren und erlernt wurden, haben einen positiven Einfluss auf den weiteren Lebensweg der jungen Menschen.
„Wissenschaftlich gesehen wären die wichtigsten Schulfächer Musik, Sport, Theaterspielen, Kunst und Handarbeiten„
(Manfred Spitzer, Hirnforscher)
Ralf Kröger, Musiklehrer